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Der Fachbereich fühlt sich seinen Traditionen verbunden, auch wenn sich der Einzugsbereich wissenschaftstheoretischer Orientierungen und vor allem die Spezialisierung und Ausdifferenzierung der Fächer deutlich erweitert haben. Als charakteristische und dauerhafte Elemente der Sozialwissenschaften in Frankfurt sind in diesem Zusammenhang zu nennen:

  • die Durchlässigkeit der Fächergrenzen zwischen Soziologie, Politikwissenschaft, Ökonomie, Philosophie, Geschichts-, Rechts- und Kulturwissenschaften und die Teilintegration der Studiengänge Soziologie und Politikwissenschaft,
  • die Reflexion sozialwissenschaftlicher Grundlagenprobleme,
  • die Analyse gesamtgesellschaftlicher Strukturen und ihres Wandels in nationalen wie globalen Zusammenhängen

Die Frankfurter Sozialwissenschaft ist multiparadigmatisch ausgerichtet und leistet in je unterschiedlicher theoretischer Akzentsetzung und gegenstandsbezogener Perspektivik ihren Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Forschung und Lehre. Hiermit verbunden ist eine enge curriculare Verzahnung der Disziplinen sowie die ausdrückliche Akzentsetzung auf eine profilierte Theorieorientierung in der Ausbildung, ein Merkmal, in dem sich die verschiedenen Traditionen der mit dem Namen Frankfurt verbundenen Sozialwissenschaft, insbesondere der Frankfurter Schule, widerspiegeln. Wenngleich die Frankfurter Schule im Erscheinungsbild des lokalen Angebots sowie für die Außenwahrnehmung nach wie vor prägend ist und hier auch nachgefragt wird, reflektiert das Kürzel heute nicht die Heterogenität der am Fachbereich vertretenen Forschungsrichtungen, ebenso wenig das durchgängige professionelle Selbstverständnis des Kollegiums.

Vor diesem Hintergrund findet die am Fachbereich vertretene Sozialwissenschaft in der umfassenden Repräsentanz und Integration der Disziplinen Soziologie, Politikwissenschaft und Sozialpsychologie ihren Güteausweis, ihre internationale Reputation und dauernde Attraktivität für die Studierenden. Die für die Sozialwissenschaften an der Universität Frankfurt strukturtypische Konstellation von Disziplinen in (seit dem Sommersemester 2004) drei Instituten ist sachlich begründet durch den Umstand, dass die Analyse komplexer Strukturen und Prozesse zu den vorrangigen Aufgaben sozialwissenschaftlicher Analyse zählen – insbesondere die Analyse

  1. unterschiedlicher Gesellschaftsformationen mit je eigenen Ungleichheits- und Herrschaftsverhältnissen,
  2. von aufeinander bezogenen nationalen und internationalen Strukturen und Prozessen der Interessenartikulation und der politischen Entscheidung,
  3. von Prozessen der Artikulation und Transformation von Ideen und Interessen in Identitäten und Biografien sowie von Norm- und Wertinternalisierung in Bildungsprozessen.

Der Fachbereich ist in diesem Sinne eine historisch gewachsene und organisatorisch ausdifferenzierte Einheit, die wesentlich durch die wechselseitige Ergänzung von Soziologie, Politikwissenschaft und Sozialpsychologie geprägt wird. Diese Komplementarität wird in sich noch einmal gebrochen durch das institutsübergreifende Angebot methodologischer und methodentechnischer Reflexion sowie durch die gleichermaßen institutsübergreifende Beteiligung an der Lehramtsausbildung.

 

geändert am 17. November 2011  E-Mail: Homepage-Pflege FB 03homepage@soz.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 17. November 2011, 17:02
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